Demut
Realistische Einschätzung des eigenen Ranges ohne Selbstüberhebung. In der christlichen Tradition Grundtugend gegen den Hochmut; sie fällt nicht mit Selbstverachtung zusammen.
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Realistische Einschätzung des eigenen Ranges ohne Selbstüberhebung. In der christlichen Tradition Grundtugend gegen den Hochmut; sie fällt nicht mit Selbstverachtung zusammen.
Übereinstimmung von Aussage, Überzeugung und Handeln. Sie umfasst mehr als das Unterlassen der Lüge: auch Verschweigen und Irreführung stehen ihr entgegen.
Ausweichen vor Gefahr oder Verantwortung aus übermäßiger Furcht. In der aristotelischen Tugendlehre der Mangelpol zum Mut, dem die Tollkühnheit als Übermaß gegenübersteht.
Haltung, Verzögerung, Widerstand oder Leid ohne Groll zu ertragen. Die Tugendethik versteht sie als Beherrschung des zornigen Affekts; in der christlichen Tradition steht sie dem Laster des Zorns gegenüber.
Übermäßiges Festhalten an Besitz auf Kosten des Angemessenen. In der christlichen Tradition eines der sieben Hauptlaster, in der aristotelischen Tugendlehre der Mangelpol zur Freigebigkeit.
Bereitschaft, Besitz, Zeit oder Zuwendung ohne Berechnung zu teilen. Bei Aristoteles die Mitte zwischen Verschwendung und Geiz; sie bemisst sich am Angemessenen, nicht an der Höhe der Gabe.
Überhebung des eigenen Wertes über den anderer. Die christliche Tradition sieht in ihm (superbia) die Wurzel der übrigen Hauptlaster; die Antike kennt ihn als Hybris.
Beherrschung von Begierde und Genuss im Maß des Angemessenen. Eine der vier Kardinaltugenden (griechisch sophrosyne); sie zielt nicht auf Verzicht, sondern auf das rechte Maß.
Überschreiten des angemessenen Maßes in Begehren und Genuss. Gegenpol der Mäßigung; die antike Ethik sieht darin die Herrschaft der Begierde über die Vernunft.
Bereitschaft, trotz erkannter Gefahr das als richtig Erkannte zu tun. Bei Aristoteles die Mitte zwischen Tollkühnheit und Feigheit; er setzt Furcht voraus, statt sie zu leugnen.
Dauerhafte Neigung, Wahrheit zu verfälschen, zu verschweigen oder zu verdrehen. Gegenpol der Ehrlichkeit; sie unterscheidet sich von der einzelnen Lüge durch ihren habituellen Charakter.
Heftiger Affekt der Vergeltung auf erlittenes oder vermeintliches Unrecht. In der christlichen Tradition eines der sieben Hauptlaster; die Tugendethik unterscheidet ihn vom maßvollen Unwillen über Ungerechtigkeit.