Mittelalter
Persisch-arabischer Theologe, Jurist und Sufi (1058–1111), genannt „Hujjat al-Islam" (Beweis des Islam). In Tahafut al-Falasifa kritisiert er die Falsafa Avicennas; sein methodischer Zweifel und seine Kausalitätskritik antizipieren strukturell Descartes und Hume.
20. Jahrhundert
Französisch-algerischer Schriftsteller und Philosoph (1913–1960), Nobelpreisträger 1957. Begründer einer Philosophie des Absurden und der Revolte: Aus der Kluft zwischen Sinnverlangen und schweigendem Universum folgt nicht Verzweiflung, sondern luzide Auflehnung.
Antike
Aristoteles (384–322 v. Chr.) war ein griechischer Universalgelehrter aus Stageira, Schüler Platons, Lehrer Alexanders des Großen und Begründer des Lykeions in Athen. Er prägte Logik, Metaphysik, Ethik und Naturphilosophie auf Jahrhunderte hinaus.
20. Jahrhundert
Litauisch-französischer Philosoph (1906–1995) und Begründer einer Ethik der Alterität. Im Antlitz des Anderen erfährt das Subjekt eine vorgängige Verantwortung; gegen Heideggers Ontologie setzt Levinas die Ethik als „erste Philosophie".
19. Jahrhundert
Friedrich Nietzsche (1844–1900) ist ein deutscher Philosoph und klassischer Philologe. Er entwickelt eine radikale Kritik der christlichen Moral und Metaphysik und prägt mit „Gott ist tot", Wille zur Macht, Übermensch und ewiger Wiederkunft das Denken des 20. Jahrhunderts.
Frühe Neuzeit
Galileo Galilei (1564–1642) war italienischer Mathematiker, Astronom und Naturphilosoph. Er begründete die mathematisch-experimentelle Naturwissenschaft, formulierte Fallgesetze und Trägheitsprinzip und verteidigte den Kopernikanismus. 1633 wurde er von der Inquisition zum Widerruf gezwungen.
19. Jahrhundert
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) gilt als Vollender des Deutschen Idealismus. Sein System aus Logik, Naturphilosophie und Geistesphilosophie deutet Wirklichkeit als dialektische Selbstentfaltung des Geistes — Bezugspunkt für Marx, Kierkegaard und die Frankfurter Schule.
Frühe Neuzeit
Deutscher Aufklärungsphilosoph (1724–1804), Begründer der Transzendentalphilosophie. Synthetisierte Rationalismus und Empirismus und prägte mit den drei Kritiken Erkenntnistheorie, Ethik und Ästhetik nachhaltig.
20. Jahrhundert
Jürgen Habermas (geb. 1929) ist ein deutscher Philosoph und Soziologe der zweiten Generation der Frankfurter Schule. Mit der Theorie des kommunikativen Handelns (1981), der Diskursethik und dem Modell deliberativer Demokratie prägte er die politische Philosophie der Gegenwart.
20. Jahrhundert
Martin Heidegger (1889–1976) war ein deutscher Philosoph, der die Frage nach dem Sinn von Sein neu stellte und in Sein und Zeit (1927) eine Daseinsanalytik entwickelte. Sein NSDAP-Engagement ab 1933 ist bis heute umstritten.
20. Jahrhundert
Paul Ricœur (1913-2005) war ein französischer Philosoph, der Phänomenologie, Strukturalismus und Hermeneutik systematisch vermittelte. Im Zentrum stehen seine Symboltheorie, die Hermeneutik des Verdachts und die Theorie der Erzählidentität.
Antike
Platon (428/427–348/347 v. Chr.) war ein athenischer Philosoph, Schüler des Sokrates, Lehrer des Aristoteles und Begründer der Akademie. Seine Ideenlehre prägt die westliche Metaphysik bis heute.
Gegenwart
Richard McKay Rorty (1931–2007) war ein US-amerikanischer Philosoph und Hauptvertreter des Neopragmatismus. Er kritisierte die Repräsentationstheorie der Erkenntnis und entwarf mit der liberalen Ironikerin eine Solidaritätsethik ohne metaphysische Letztbegründung.
Antike
Sokrates (ca. 469–399 v. Chr.) verlagerte die Philosophie von der Naturspekulation auf die Ethik und die Frage nach dem guten Leben. Er hinterließ keine Schriften; sein Denken ist nur durch Platon, Xenophon, Aristophanes und — nachgeordnet — Aristoteles überliefert.
20. Jahrhundert
Willard Van Orman Quine (1908–2000) war ein US-amerikanischer Philosoph und Logiker, der die analytische Philosophie nach 1950 prägte. Er kritisierte die analytisch-synthetisch-Unterscheidung, entwickelte die Übersetzungsunbestimmtheit und die naturalisierte Erkenntnistheorie.